DAS MUSEUM

Die Hammerschmiede

Die Hammerschmiede Naichen ist ein am Standort erhaltenes technisches Denkmal. Ihre komplett erhaltene Ausstattung stammt überwiegend aus dem Jahr 1922. Werkstatträume und Kraftanlage ermöglichen, Technikgeschichte aus der Nähe zu erleben und in die Arbeitswelt eines ländlichen Handwerksbertriebes einzutauchen.

Hammerschmiede und Landmaschinenwerkstatt von Serafin Stocker in Naichen an der Kammel sind seit 1990 als Museum zu besichtigen. Die Besucher erleben, wie die Werkstatt etwa 1975 ausgesehen hat. Wasserkraft treibt die Maschinen in der Hammerschmiede Naichen an.
Von April bis Oktober kann man an jedem 1. und 3. Sonntag im Monat einem Schmied bei seiner Arbeit am offenen Feuer zusehen.

Eine Zeitreise in inzwischen schon ferne Lebenswelten bietet auch ein Gang durch die Schmiedewohnung. Im ersten Stock der Hammerschmiede kann diese Schmiedewohnung des letzten Besitzerehepaars in der originalgetreuen Wiederherstellung besichtigt werden.

 

Der Stockerhof

1838

Johann Michael Kleiner, Hammerschmied auf der Riedmühle in Hausen bei Ellzee, kauft Äcker und Wiesen auf der Flur des Oberen Naichhofes.

1839

Kleiner lässt ein Wohn- und Ökonomiegebäude mit „Eisen-Laden" und die Hammerschmiede errichten.
Der Bauernhof, der die Hausnummer 91½ erhält, vereint Wohn-, Stall- und Tennenbereich unter einem Dach.
Sein äußeres Erscheinungsbild mit den durch Stuck- und Gesimselemente gegliederten Schauseiten nach Norden und Osten und den schlichten, durch die landwirtschaftliche Funktion geprägten Seiten nach Süden und Westen entspricht im Wesentlichen bereits dem heutigen Erscheinungsbild.

1860

Der Schmiedemeister Johann Stocker heiratet in das auf einen Wert von 7.400 Gulden geschätzte Schmiedeanwesen ein.

1892

Besitzübergabe an Serafin Stocker sen. (geb. 1869) und Heirat Serafins mit der wohlhabenden Hirlanda Schmid, Tochter eines Langenhaslacher Maurermeisters

1932

Serafin Stocker sen. stirbt ohne Nachlassregelung.
Seine Söhne Albert und Josef betreiben die Landwirtschaft. Unter den in der Hammerschmiede ausgebildeten Söhnen setzt sich Serafin Stocker jun. (geb.1900) als Nachfolger durch.

1942

Anlässlich der Heirat von Serafin Stocker jun. mit Theresia Maisch wird der Familienbesitz geteilt.
Josef Stocker übernimmt mit der Landwirtschaft den Stockerhof. Serafin jun. erhält die Schmiede und bezieht mit seiner Frau die Wohnung im Schmiedegebäude.

1991

Der Bezirk Schwaben erwirbt den Stockerhof.
Damit befinden sich das landwirtschaftliche Anwesen und das Hammerschmiedegebäude wieder in einer Hand.

1996

Beginn der Sanierung und denkmalgerechten Instandsetzung des Stockerhofes. Das Innere des Hofes wird für museale Zwecke umgebaut.

1998

Einweihung und Eröffnung des Stockerhofes mit der Ausstellung „Schafe und Schafhaltung in Schwaben" am 23. Mai.

 Stockerhof um 1928 mit Serafin Stocker sen. (3.v.l.) und Serafin Stocker